Die Freitagnacht schlug ich mir vorm Fernseher um die Ohren. Seit einiger Zeit lag die “Band Of Brothers“-DVD-Box unberührt in meinem Schrank und dann wurden es gleich vier Folgen am Stück. Kurz nach zwei strich ich dann die Segel, obwohl ich gern weiter geschaut hätte.
Am Samstag bin ich gleich nach Aufstehen eine Runde gelaufen, um wieder fit zu werden. Die Moosleite runter war echt ein Abenteuer – im Winter rat ich Jedem, unbedingt Handschuhe zu tragen. Festhalten muss man sich so oder so, denn der Weg wir nicht geräumt. Schutz für die Hände ist dabei sinnvoll, denn das Geländer besteht aus Eisenrohr… Wirklich beeindruckend war aber nicht die Glätte sondern das Gehämmer der Spechte. Ich kam mir fast vor, wie auf der Baustelle. Zwei Vögel waren’s mindestens, vielleicht sogar drei oder vier. An Der Elbe konnte ich dann ein paar Enten beobachten, doie dort grad frühstückten, webenso wie eine Amsel.
Hoch ging es dann wieder ein Stück auf dem Wachwitzer Bergweg und dann “durch die Gölzsche zur Agneshöhe”. Recht steiler Anstieg und ich musst aufpassen nicht abzusausen. Auf dem Aussichtspunkt angekommen, ließ sich dann sogar die Sonne sehen! Daheim wieder angekommen gab’s endlich Frühstück, später kaufte ich mir das besagte Fahrrad. Bekommen werde ich es aber erst nächsten Freitag…
Heute waren wir auch wieder unterwegs – nur die kleine Runde über Rochwitzer Weg, Zachengrund, Wachwitzgrund, Elbe, Moosleite. Das Laufen war alles andere als einfach. Ich kam mir vor, wie ein Pingiun.
Mit anderen Worten: kleine vorsichtige Schritte sind die sicherste Möglichkeit, auf den zum Teil komplett vereisten Wegen voran zu kommen…
Hier ein paar Impressionen:
Moosleite im Schnee
Kleine Brücke an der Moosleite
Futter für die Flattermänner und -frauen
Enten-Brunch im Eis
Eine Amsel schließt sich an…
Blick vom Wachwitzer Bergweg auf das Wasserwerk in Tolkewitz, im Hintergrund die Leubener Hochhäuser
Die Gölzsche geht es steil hinauf. Dafür ist der Weg der kürzeste…
Bis kurz unterhalb der Agneshöhe geht’s nochmal ohne große Niveauunterschiede.
Blick von kurz unterhalb der Agneshöhe
Der Aussichtspunkt Agneshöhe mit dem Ferhsehturm im Hintergrund.
Kaum war ich auf der Agneshöhe kam die Sonne raus. Leider verschwand sie kurze Zeit später wieder hinter den Wolken…
Unterwegs im Zachengrund
Interessante Eisformationen
Unterwegs im Zachengrund
Die Wege waren zum Teil höllisch glatt…
Interessante Eisformationen
Interessante Eisformationen
Beim Überfliegen der Zeitung fand ich heute noch eine sehr belustigende Meldung:
“Die Stadt Dresden erhält wegen mangelhafter Pressearbeit den Negativ-Preis ‘Tonstörung 2009′.” Verliehen wurde der Preis von der Landespressekonferenz. “Deren Mitglieder ‘sehen sich in ihrer Arbeit wiederholt und bereits über einen längeren Zeitraum durch die Stadtverwaltung behindert… Anfragen würden zu häufig gar nicht, verspätet oder nur nach mehrmaliger Nachfrage beantwortet.” Ganz große Leistung, Kameraden!
Posted 2 years, 3 months ago at 22:07. Add a comment
Am Montag beginnt der Winterschlussverkauf (laut bild.de inoffiziell schon heute). Mit anderen Worten – es gibt eine Menge Waren zu günstig(er)en Preisen. Insbesondere die Modehäuser werden ihre Lager räumen um Platz für die neuen Kollektionen zu schaffen. Preisnachlässe von 50 bis 70 Prozent sind angekündigt. Manche kleinere Händler werden aber sicher sogar zusätzliche Lagerhallen mieten, um jetzt noch ein gutes Geschäft zu machen, denn die Großhändler räumen ja ebenfalls aus. Laut Handelsverband HDE nehmen in Deutschland zwei Drittel aller Geschäfte am Winterschlussverkauf teil, darunter auch Möbelhäuser, Bau- und Elektronikmärkte. Da bin ich ja gespannt, wie die den thematischen Bogen zur kalten Jahreszeit spannen. Letztere vielleicht mittels einer Kopfhörer-Ohrenschützer-Kombination…
Wie sich der WSV in Dresden gestaltet, ist momentan zumindest virtuell noch nicht absehbar. Wer „WSV Dresden“ googelt, landet beim Wassersportverein „Am Blauen Wunder“. Na hoffen wir mal, dass niemand sein Blaues Wunder beim Winterschlussverkauf erlebt ;-) Die lokale Presse wird uns Dank Zeitungsbeilagen und ganzseitigen Artikeln sicher auf dem Laufenden halten. In der Beziehung kann man sich auf die schreibende Zunft verlassen.
Ich will unbedingt ein neues Fahrrad haben, damit ich etwas gegen die überflüssigen Pfunde und für die Kondition tun kann. Hat jemand einen guten Tipp, wo’s die besten Schnäppchen gibt?
Posted 2 years, 3 months ago at 15:52. 3 comments
DIe Beschlagnahme der Plakate der Aktion “Dresden Nazifrei” hat zu ungeahnter medialer Resonanz geführt. Sollte es die Absicht der Staatsanwaltschaft gewesen sein, dem Bündnis zu schaden, so war das ein klassisches Eigentor. Der Streisand-Effekt voll zugeschlagen.
Nun hat sich per Newsletter der Landeshauptstadt die OB zu Wort gemeldet. In dem Aufruf auf der eigens für den 13. Februar geschaffenen Website äußert sich die städtische Führung in ungewohnt klarer Weise auch zur Vorgeschichte der Stadtzerstörung. Sehr erstaunlich und umso erfreulicher. Zitat: “Wir erinnern an die Vorgeschichte dieser Ereignisse, insbesondere an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und das Verbrechen des von Deutschland ausgegangenen Krieges.” & “Wir erinnern an den Anteil, den Menschen und Einrichtungen in Dresden an Kriegsführung, nationalsozialistischer Unterdrückung und deren Verbrechen – etwa an den jüdischen Bürgern der Stadt – hatten.” Damit ist die Anschlußfähikei für die Rechtsradikalen erstmals ernsthaft unmöglich, denngenau diese Fakten wollen die braunen Kamerrraden ja nicht wahr haben.
Derzeit habe ich noch keine Ahnung, wie die “bürgerliche Menschenkette” und die “alternative Blockade” zusammen gehen werden. Warten wir’s ab. Die Verabschiedung des Versammlungsgesetzes im Landtag könnte dafür sorgen, dass die Pappnasen nicht wie geplant durch die Innenstadt ziehen dürfen, womit ihnen die symbolträchtigen Bilder verloren gehen. Vielleicht ist das ja der Anfang vom Ende dieses Spuks. Herr Sittel lässt sich zitieren: „Das Gesetz wird schon in diesem Jahr die Grundlage für die Koordination der verschiedenen Versammlungsanmeldungen sein und somit sehr kurzfristig in unsere Arbeit einfließen. Welche Veränderungen das Gesetz konkret für den Ablauf des Tages haben wird, können wir sicherlich erst im Nachgang vollständig auswerten.“
Warten wir’s ab, was das konkret heißt.
NACHTRAG: Beim Bäcker sah ich grad die Titelzeile der SZ: “Dresden verhindert Neonazi-Marsch am 13. Februar”. Dort ist zu lesen: “Die Landeshauptstadt wird erstmals sämtliche Aufmärsche in der Innenstadt am 13. Februar verbieten. Nach SZ-Informationen sollen weder Rechtsextremisten noch
gewaltbereite Linke das friedliche Gedenken am 65. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg
mit ihren Protestzügen stören. Stattdessen sollen nur noch Kundgebungen an einem festgelegten
Ort geduldet werden.”
Jetzt weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ich freue mich natürlich, dass der Neonazi-Aufmarsch nicht stattfinden wird (Es sei denn, der Veranstalter klagt und gewinnt. Aber das sollte ja durch das Versammlungsgesetzt jetzt verhindert werden.) Worüber ich mich ärgere ist die Unterstellung des W…-Blattes, dass ich als Gegendemonstrant quasi pro forma ein gewaltbereiter Linker bin. Fraglich iostauch noch, auf welche anderen Fälle das Gesetz angewandt wird. Vielleicht gibt die Klage der Linken vor dem sächsischen Verfassungsgericht das Ganze wieder. Am Ende profitieren dann die Nasen wieder. It’s a mad mad world…
Posted 2 years, 3 months ago at 12:02. 2 comments
Der Antifa-Spruch „Deutsche Täter sind keine Opfer“ geht mir schon lange auf die Nerven, weil kleine Kinder, Kranke oder alte Menschen, also all die, die nun wirklich keinen Anteil am Aufstieg und Bestand des Dritten Reiches hatten, in Mithaftung genommen werden. Wenn ich allerdings in der gestrigen SZ lese, das Polizisten in Berlin und Dresden die Räume der Organisatoren der Gegendemonstration vom 13. Februar durchsuchen, fällt es mir immer schwerer, mich gegen eine Pauschalverurteilung zu wehren. Was soll ich davon halten, dass die demokratisch legitimierte Polizei Plakate und Computer bei den Nazi-Gegnern konfisziert, weil diese angeblich zu einer Straftat („Gemeinsam blockieren!“) aufgerufen hätten, indem sie die Bürger auffordern, eine genehmigte Demonstration zu behindern. Die Rechtsaußen wird’s freuen: Wieder einmal kommen Ihnen die „Hüter der Demokratie“ zu Hilfe und bei mir verstärkt sich der Eindruck, dass das so gewollt ist. Lieber kämpft man gegen die „rote Gefahr“ auch wenn zu dem Bündnis nicht nur die AntiFa und die Linke gehören, als den Bürgern, die sich ernsthaft Sorgen um einen Angriff auf ihr Gemeinwohl machen, beizustehen.
Das hat Tradition. Eine der wenigen Traditionen, von denen man im seelig rückwärtsblickenden Dresden ausnahmsweise nichts wissen will. Die sächsische Landeshauptstadt war im Dritten Reich eine braune Hochburg, dafür gibt es genügend historische Belege (Wer’s nicht glaubt, der lese zum Beispiel Victor Klemperers Tagebücher). Daran erinnert man sich in der Stadt nur ungern. Das geschichtliche Gedächtnis der Stadt sieht häufig genug aus, wie hier… Die Dresdner des Jahres 1945 waren nicht nur Opfer – auch wenn das den Bombenangriff selbstverständlich nicht rechtfertigt. Wenn wir den Nazis jetzt wieder die Straße überlassen, und ihre Geschichtsverklärung damit gesellschaftsfähig machen, wird das sicher nicht zum Besten der Stadt oder des Landes sein. So viel ist sicher.
PS: Dieses aussagefähige Dokument (pdf) fand ich bei meiner Recherche im Netz. Man muss sicher nicht alle Ansichten teilen aber da ist viel Wahres dran…
Posted 2 years, 3 months ago at 10:13. 5 comments