Biotechnologischer Verein
Kräfte zu bündeln war noch nie eine schlechte Idee. Im Mitte Dezember gegründeten biosaxony e.V. „sollen die Kompetenzen aller Akteure in einem gesamtsächsisch agierenden Biotechnologieverein … zusammengeführt werden. Ziel ist, mit den daraus erwachsenden Synergieeffekten die inhaltliche Vereinsarbeit in thematisch orientierten Arbeitsgruppen zu unterstützen.“ Das klingt reichlich Bürokratendeutsch. Was das konkret heißen soll, wird wohl erst die Zukunft zeigen.
Bisher existierte bereits eine vom Land verantwortete Internetseite der “Sächsischen Koordinierungsstelle für Biotechnologie im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit” samt “Biosaxony-Newsletter”, den ich auch abonniert habe. Soweit ich mich erinnern kann, erschien die Information nur mit sehr großen Abständen. Zugegebenermaßen habe ich das Ganze auch nicht mehr allzu genau verfolgt. Dass der Freistaat einiges an Potential zu bieten hat, werden auch Kritiker nicht bestreiten: „Mehr als 30 universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen sind mit rund 200 international besetzten Arbeitsgruppen auf verschiedenen Themenfeldern der modernen Biotechnologie tätig. Die sächsische Biotech-Community umfasst derzeit 65 Unternehmen; hinzu kommen zehn Pharma-Unternehmen und rund 70 innovative Dienstleister der Branche….“
In dieser Community passiert Einiges. So lässt sich im aktuellen Newsletter zum Beispiel zu nachlesen, dass der höchstdotierte deutsche Forschungspreis an die Biophysikerin und TU-Professorin Petra Schwille ging, dass eine Forschungsgruppe von der Medak einen Wettbewerb des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes gewonnen hat und gemeinsam mit ihren chinesischen Partnern die nächsten fünf Jahre 1,4 Millionen Euro erhält oder dass Forscher der Medizinischen Klinik und Poliklinik III in Dresden ein Tiermodell entwickelt haben, mit dem sich erstmals die Entstehung von Krebs in der Nebennierenrinde nachahmen lässt.
Ich denke, auf dem Gebiet der Biotechnologie ist aus Dresden wahrscheinlich in Zukunft mehr zu erwarten als von der Chip- und IT-Branche. Wenn die Verantwortlichen jetzt noch ein wenig „volkstümlicher“ in der Sprache werden, kriegen das sicher auch mehr Leute mit…