Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

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Eigentor für Helma und Patrick?

Die Bautzner Straße soll zwischen Albertplatz und Jägerstraße ausgebaut werden und wieder einmal sollen dafür alte Bäume weichen. Genau gesagt 130 Bäume! Dresden war mal eine der grünsten Städte Deutschlands, wenn das weiter so geht, sind wir bald die Beton- und Asphalthauptstadt…
Um den überdimensionierten Ausbau der Straße zu verhindern, gibt es bereits verschiedene Aktivitäten. So lädt die grüne Stadtratsfraktion morgen zu einer Informationsveranstaltung ein (Donnerstag, 7. Januar, 19.30 Uhr, Stadtteilhaus, Prießnitzstraße 18, Dachsaal). Die SPD hat sich etwas anders einfallen lassen: So wie viele Menschen ein Schwein oder Kaninchen nicht mehr essen wollen, wenn es einen Namen hat, sollen die Bauarbeiter („Ich mache hier nur meine Arbeit!“) Gewissensbisse bekommen, wenn sie Hand an einen benamsten Baum legen.
Dass die Bäume allerdings die Namen von CDU-Granden tragen, die alle den „Fortschritt“ in Form von städtischen Autorennbahnen zum Durchbruch verhelfen wollen, könnte sich als Eigentor erweisen. Wenn Protestler die Bäume als Möglichkeit erkennen, ihren Unmut über Helma (Orosz), Patrick (Schreiber) oder Jörn (Marx) straffrei abzureagieren, könnten die Gewächse schon eingehen, bevor sie umgesägt werden. Sicher hat auch mancher Bauarbeiter mit den regionalen Fürstinnen und Fürsten ein Hühnchen zu rupfen und sägt somit noch freudiger. Ich bin zwar auch dafür die Bäume zu erhalten, die SPD-Idee scheint mir aber nicht in konsequenter Weise durchdacht. Viel besser wäre, man hätte die Grünlinge mit Namen bedacht, die für allseits bewunderte Persönlichkeiten stehen, wie Mahatma Ghandi, Martin Luther King oder Richard v. Weizsäcker. Wer würde diese Menschen bzw. die Bäume mit ihrem Namen umhauen wollen?

Posted 8 months ago at 19:43. 7 comments

Zwei Wettrennen

Derzeit ist es recht kalt, das hat sicher jeder schon mitbekommen. Deshalb macht es auch wenig Spaß, an der Haltestelle herumzustehen. Gestern versuchte ich deshalb mal eine andere Variante nach Hause zu kommen. Und zwar fuhr ich mit der 64 (ehemals 91) eine Station bis zur Angelikastraße. Rein theoretisch hätte der Bus 261 nach Sebnitz auch sofort kommen müssen, ganz praktisch ließ er fünf Minuten auf sich warten und ich die Straßenbahn 11 wegfahren. Ich hatte mich ja nun einmal entschlossen, diesen „Weg zu gehen“. Obwohl der Bus natürlich öfter im Stau steht und einige Minuten Rückstand hatte, gelang es uns, die Straßenbahn an der Grundstraße fast einzuholen, am Ullersdorfer Platz lagen wir gleichauf. Hier machen sich die relativ wenigen Stopps bezahlt und finanziell ist es mit Monatskarte auch egal, welches Verkehrsmittel man benutzt.
Am Ullersdorfer Platz hätte ich allerdings etwas stutzig werden müssen, da der Bus, der nach Gönnsdorf rausfährt an der Haltestelle hält und nicht auf der Straße. Als die 261 dann geradeaus weiterfuhr, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren. Mist, das war die falsche Linie. Mir blieb also nichts weiter, als „Am Steinkreuz“ auszusteigen und über den Berg an der Sternwarte vorbei (Weißiger Landstraße) zu traben. So kam ich wenigstens noch zu ein wenig Bewegung…
Bei meinem mehr oder weniger freiwilligen Spaziergang wurde ich Zeuge der nächsten Verfolgungsjagd, denn ein paar Polizisten versuchten einen Schäferhund einzufangen, der wohl vorher die B6 unsicher gemacht hatte. Ein Streuner war das nicht, schließlich trug das Tier ein Gurt, wie es zum Beispiel Blindenhunde tragen. Ganz ungeniert rannte der Hund die Straße entlang, vor und zwischen den Autos. Hintendrein die Polizei, doch ohne echte Chance. Eine Polizistin versuchte verzweifelt die Aufgabe per Sprechfunk an die Tierrettung oder eine andere Stelle zu delegieren, doch ohne Erfolg. Soweit ich es mitbekam, blieb der Hund auf freiem Feld und damit auf freiem Fuß…

Posted 8 months ago at 08:23. Add a comment