Heut morgen war ich mal wieder bei unserem Bäcker im Dorf. Der ist nicht nur einfach zu erreichen, auch sind die Brötchen da besonders lecker. Das sehen auch andere so, denn als ich ankam, hatte sich bereits eine ansehnliche Schlange gebildet. Wer nun denkt: Dorf, sozialistische Wartegemeinschaft, da wird ordentlich geschnattert und der neueste Klatsch ausgebreitet, der täuscht sich. Gut, es war kalt und 8.20h am Samstagmorgen* ist auch eigentlich eine Zeit, zu der man noch im Bett liegen sollte, doch das Bild, das sich mir bot, lässt sich einfach nur mit dem Ausdruck “deprimierend” beschreiben. Da stehen ca. zehn Leute, den Blick auf den Boden oder starr in die Ferne gerichtet da sprechen kein Wort. Als höflicher Mensch grüße ich selbstverständlich, doch die Blicke, die ich darauf ernte, sind eisig, verbiestert. Äh hallo, was seid ihr denn für Menschen? Wundert sich da eigentlich irgendjemand über den Zustand der Gesellschaft, wenn nicht mal auf so einer Ebene Kommunikation stattfindet?
Zum Glück kamen dann noch zwei Herren, die sich angeregt unterhielten und die sich auch nicht belästigt fühlten, als ich einen Einwurf hatte, schließlich ging es um ein Thema, das alle Pappritzer bewegt, den Ausbau der Staffelsteinstraße. Es gibt also doch noch echte Menschen hier und nicht nur Automaten…

PS: Ich weiß, dass es auch Morgenmuffel gibt aber doch nicht alle!

* Ich weiß, dass ich eigentlich Sonnabend sagen müsste aber hier habe ich eine dieser Spracheigenarten der westlichen Okkupanten übernommen, wobei ich nicht sicher weiß, ob wir früher, “in der guten alten Zeit”, tatsächlich immer Sonnabend gesagt haben. Aus meinem Munde wird man aber niemals solche unterirdischen Formulierungen wie “aus Bahnsteig 7″, “an Weihnachten” oder “zwischen den Jahren” vernehmen. Ja, das gelobe ich!

Share in top social networks!

Ich hatte mich ja schon vor eingier Zeit mal gefragt, wie hoch die Zahl der Obdachlosen in Dresden ist. Am kommenden Dienstag findet die nächste Sitzung der AG Wohnungslosigkeit, in der alle Wohnungslosenträgervereine und Heimbetreiber mit den Vertreterinnen und Vertretern der Stadtratsfraktionen, des Sozialamtes, der Straßenzeitung “Drobs”, der Dresdner Tafel sowie von Diakonie und Heilsarmee vertreten sind. Im Vorfeld spricht die Linke von einer “steigenden Zahlen der Wohnungslosen in Dresden”, Genaueres findet man vielleicht am Mittwoch in der Presse.

Share in top social networks!

Der Freiraum Elbtal e.V. ist räumungsbedroht. Der Verein wird sich am 29.04.2014 vor dem Landgericht Dresden aufgrund einer Räumungsklage verantworten müssen.

Die Eigentümer planen das geräumte Gelände an den Investor Dresden Bau GmbH zu verkaufen. Jedoch gibt es für das Areal an der Leipziger Straße absehbar keine Baugenehmigung. Bis zum Zeitpunkt des Baubeginns wäre es ratsam zur Instandhaltung und Sicherung, das Gelände weiterhin den dort ansässigen Kulturschaffenden und Handwerkern zur Verfügung zu stellen. Denn angesichts der nicht abgeschlossenen Debatte um ein generelles Bebauungs-Verbot der Elbwiesen zwischen Neustädter Hafen und Puschkin-Platz wäre eine Räumung des Projekts zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfrüht. Die Fläche würde auf unabsehbare Zeit brachfallen, ein weiteres Kulturprojekt in Dresden verloren gehen.

Am Freiraum Elbtal zeigt sich erneut die prekäre Situation Kulturschaffender und gesellschaftlich engagierter Menschen in Dresden. Selbstorganisierte nicht-profitorientierte Projekte brauchen bezahlbare Wirkungsstätten, um langfristig soziokulturell, ökologisch und gemeinnützig wirken zu können. Grund und Boden darf nicht einzig als Spekulationsobjekt dienen. Die IG-Freiräume appelliert an Stadtrat und Stadtverwaltung, sich aktiv in der kritischen Situation zwischen Kulturverein und Privat-Eigentümern zu verhalten.

Am Samstag, den 01.02.2014, findet daher eine Demonstration für den Erhalt von Freiräumen in Dresden statt. Um 11 Uhr beginnt die Startkundgebung am Bahnhof Neustadt. Von dort verläuft die Route u.a. über Bischofsweg und Lutherstraße zur Schlusskundgebung am Goldenen Reiter. Diverse Redebeiträge und das kulturelle Rahmenprogramm sollen die Vielfalt von Freiräumen aufzeigen und für die aktuelle Problematik sensibilisieren.
An mehreren Zwischenkundgebungen wird es Reden zum Raummangel für kulturelle Initiativen und Kreative in Dresden sowie Beiträge bedrohter oder sich solidarisierenden Projekten geben.

PM der IG Freiräume – Netzwerk für selbstorganisierte nicht-profitorientierte Projekte in Dresden

Share in top social networks!

Nun scheint auch am Herzogin Garten in der Innenstadt etwas zu passieren. Seit heute ist der Bebauungsplan öffentlich. Kern des Ganzen sind:

  • Herstellung eines baulich-gestalterischen Zusammenhangs zwischen den einzelnen Vorhaben und Schaffung eines attraktiven Stadtraumes
  • Schaffung von Baurecht für ca. 100 hochwertige Wohnungen in der Dresdner Innenstadt
  • Wiederbebauung der Straßenräume Am Schießhaus und Am Queckbrunnen und damit auch Schaffung einer klaren Raumbildung um den Herzogin Garten mit zwei markanten Gebäuden (Orangerie in historischer Kubatur als nordöstlicher Abschluss und ein aus drei Bauteilen bestehendes sechsgeschossiges Wohngebäude im Südwesten)
  • Errichtung einer privaten Gartenanlage mit einer Größe von ca. 7000 m² entlang der Ostra-Allee in Anlehnung an die historische Situation und planungsrechtliche Sicherung der öffentlichen Begehbarkeit der Fläche
  • Errichtung eines Gebäudes auf dem Baufeld der ehemaligen Orangerie in der historischen Kubatur unter Einbeziehung des noch vorhandenen Giebels

Schade, dass das Ganze etwas “blockig” daher kommt, kleinteiliger hätte mir das besser gefallen. Allerdings sah die Orangerie auch nicht viel anders aus. Gut ist die Idee mit den Gärten.

Vor einiger Zeit war ich da unterwegs und habe gesehen, dass die Fläche schon “plattgemacht” worden ist.

Herzogin Garten

Herzogin Garten

Wer erinnert sich eigentlich noch, was hier in den 1990ern mal gebaut werden sollte? :-) (s. auch hier)

Share in top social networks!

Viele Menschen nehmen sich ja fürs Neue Jahr Dinge vor wie: Weniger Süßes essen. Das ist gut und richtig und gilt auch für mich, denn ich bin in der Beziehung echt schlimm. Aber wie das immer so ist, manchmal kommt man an Leckereien vorbei, da kann man(n) einfach nicht widerstehen.

ACHTUNG WERBUNG:

twister

Das sind sogenannte “Twister” aus der Bäckerei Ringel in Rochwitz. So etwas Leckeres habe ich schon seit Langem nicht mehr gegessen – eine echte Geschmacksexplosion für gerade einmal 80 Cent das Stück. Nicht, dass die reichlich eingesetzte Schokolade oder die Nusscreme der eigentliche Hit wäre – mich haut vor allem der lecker-leichte Blätterteig von den Socken. Der erinnert mich an die Brezeln meiner Jugend, die ich sicher schon 25 Jahre nicht mehr gegessen habe. Leider waren die dann irgendwann mal aus dem Sortiment des Bäckers verschwunden.

Ich ändere meinen Vorsatz also folgendermaßen: Weniger 08/15-Backwerke und billigen Süßkram essen, dafür von Zeit zu Zeit mit solchen handwerklichen Kunststücken gepflegt schlemmen ;-)

Auf ein Gutes Neues!

PS: Vielleicht bekomme ich ja jetzt einen Werbevertrag :-)

Share in top social networks!

Derzeit liegen zwei Bebauungspläne für Elbeparkplätze in Loschwitz zur Ansicht aus:

(Die Unterlagen, aus denen sich die Öffentlichkeit zu den Zielen und Zwecken sowie wesentlichen Auswirkungen unterrichten kann, liegen vom 6. Januar bis einschließlich 6. Februar 2014 in der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Dresden, Rathaus, 1. Etage, Dr.-Külz-Ring 19, 01067 Dresden während der Sprechzeiten aus.)

Bei dem auf Altstädter Seite (396) sehe ich keine großen Probleme, eigentlich nicht mal so Recht den Grund. Ich weiß allerdings nicht, ob der Parkplatz unterhalb des Schillergartens nicht von “wild” auf regulär transformiert werden soll. Zudem gibt es auch einige sinnvolle bauliche Maßnahmen, um das Ganze zu sichern.

Den Parkplatz im Anschluss an die Wieck-Straße finde ich allerdings unnötig bzw. verstehe ich das Vorhaben nicht. Die Grünflächen sollen reduziert werden, oder? Ich bekomme den Plan und die Örtlichkeit nicht in Deckung…

Eines ist mir schon aufgefallen: “Zum Parkplatz soll neben dem vorhandenen öffentlichen Geh- /Radweg vom Parkplatz Fidelio-F.-Finke-Straße in Richtung Elbwiesen eine neue, etwa 4,75 m breite Zufahrt hergestellt werden. Um den Baumbestand auf der Südostseite des Weges zu erhalten, müssen Teile des städtischen Flurstückes 826 der Gemarkung Loschwitz für die Zufahrt in Anspruch genommen werden. Die darauf befindlichen Gärten wurden bereits im Zuge der Planung zur Erweiterung des Parkplatzes Fidelio-F.-Finke-Straße gekündigt.”

Auch die Begründung für die Maßnahme ist eher lau: “Die dauerhafte Errichtung eines Parkplatzes auf dem ‚Festplatz‘ ist erforderlich, da insbesondere in den Sommermonaten, aber auch in der Adventszeit die Parkplätze im Bereich des alten Dorfkernes Loschwitz bis zur Schillerschule nicht ausreichen, um für die große Anzahl der Besucher ausreichend Parkraum zur Verfügung zu stellen.”

Im Sommer entfällt damit eine alternative Nutzung des Festplatzes und im Advent gurken die Autofahrer durch’s Dorf, vorbei am Weihnachtsmarkt, der dadurch sicher einiges an Attraktivität verliert. Aber egal. Hauptsache jeder kann mit dem Auto von der eigenen Tür bis direkt zum Glühweinstand fahren…

Share in top social networks!

Hier eine Pressemitteilung des Zentralwerks. Ist zwar ganz schön viel Geld, das der Verein braucht aber es wäre toll, wenn das Geld zusammenkommt. Werde mich die nächsten Tage da mal umschauen…

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein engagiertes Projekt ist auf der Suche nach engagierten Unterstützern. Der Kulturverein friedrichstadtZentral e.V., diesjähriger Förderpreisträger der Stadt Dresden, hat seine Räumlichkeiten in einer alten Buchbinderei an den Immobilienmarkt verloren und sich deshalb entschlossen, die Situation von Kulturschaffenden in Dresden zu verbessern. In den ehemaligen Goehle-Werken auf der Riesaer Straße 32 in Pieschen möchte der 
friedrichstadtZentral e.V. unter dem Namen „Zentralwerk“ einen Kulturort aufbauen, der Ateliers, Wohnen und künstlerische Produktion mit der Bespielung eines alten Ballsaals auf dem Gelände kombiniert (http://zentralwerk.de).

Das kulturelle Substrat unserer Stadt sind selbstständige Kulturschaffende und Handwerker, deren Verdienst stark fluktuiert und oft gering ist. Deshalb brauchen Kulturschaffende stabile, niedrige Mieten: Das können wir mit unserem Projekt gewährleisten, weil wir nicht profitorientiert, sondern kostendeckend kalkulieren. Auf dieser Basis soll ein kreativer, lebendiger Ort entstehen – in einer Stadt, in der Produktionsraum für Kultur immer kleiner und teurer wird.

Die Realisierbarkeit des Projekts ist nach dem jetzigen Stand des Finanzierungsplans gesichert. Allerdings entspricht die Kalkulation noch nicht dem optimalen Mietspiegel, den wir uns als Ziel gesetzt haben. Eine Lösung ist die Erhöhung unserer Eigenkapitalquote – denn alles, was wir an Eigenkapital haben, muss nicht mehr über höhere Mieten gegenfinanziert werden.

Als Hauptpächter der Immobilie sucht die neu gegründete Zentralwerk Kultur- und Wohngenossenschaft Dresden nach Förderern und Spendern, die es uns ermöglichen, unser Eigenkapital zu erhöhen und die Miete niedrig zu halten. Denn nur so können wir Künstlern, Kulturschaffenden und Handwerkern einen Mietpreis anbieten, der zum Verdienstpotential ihrer Tätigkeiten passt. Nur durch einen günstigen Mietpreis können Künstler und Kulturschaffende dauerhaft zu einer lebendigen Kulturlandschaft beitragen.

Unsere Förderer und Spender tragen darüber hinaus zur Nutzbarmachung des ehemaligen Gemeinschaftshauses auf dem Gelände bei, in dem ein alter Ballsaal als multifunktionaler Kulturort etabliert wird: für den Stadtteil Pieschen, für die Stadt Dresden, für Experimente, Diskussionen, Konzerte, Ausstellungen, Feste, Workshops …
Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir noch 260 000 €, die wir mit Zustiftungen, Spenden und Privatdarlehen decken möchten. Jeder Beitrag, egal wie klein, trägt dazu bei, langfristig die Mieten zu entlasten.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit zum Lesen genommen haben. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns und die Kulturschaffenden Dresdens unterstützen möchten.
Wenn sie Fragen zur finanziellen Unterstützung und zu Spendenquittungen haben, wenden Sie sich bitte an:
Elisabeth Wertner
werthner@zentralwerk.net
Tel.: 0178 158 1258

Share in top social networks!

1915

pappritz-1915

1968 (?)

pappritz-1968

und heute:


Größere Kartenansicht

Die alte Klappkarte von Pillnitz habe ich von einer Freundin zum Einzug geschenkt bekommen, die DDR-Karte von Dresden bei meiner Mutter im Schrank gefunden…

karten

Share in top social networks!